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Sachsen-Anhalt-Exkursion der Hochschule für Forstwirtschaft vom 21. Mai bis zum 26. Mai 2007
Tag 1: Montag, 21.05.2007, Nachmittags Protokollanten: Dino Hiepler, Saskia Lange, Stefan Schrode, Michael Warias
Ankunft gegen 14 Uhr am Carlshausturm auf dem Carlsberg im Forstrevier Trautenstein des Forstbetriebs Oberharz.
Der Harz ist das nördlichste deutsche Mittelgebirge mit dem höchsten Berg Norddeutschlands, dem Brocken (1142 m ü. NN). Er misst von West nach Ost ca. 100 km, von Nord nach Süd ca. 35 km und hat eine Fläche von ca. 2000 km². Er wird in drei geologische Großeinheiten eingeteilt, den Oberharz, Mittelharz und Unterharz. Erstere werden durch die Acker-Hauptstörung, Mittel- und Unterharz durch die Tanner Störung getrennt. Diese geologischen Großeinheiten werden in weitere kleinere Einheiten unterschieden. Die naturräumliche Gliederung lehnt sich in der Folge meist an die geologische an.
Im Jura und in der Kreidezeit wurde der Harz während der saxonischen Hebung und ein letztes Mal im Tertiär herausgehoben. Während der Eiszeit war der Ostharz von Eis bedeckt, während im Westharz nur der Brocken wahrscheinlich eine Eiskappe trug. Der Harz stellt sich heute als eine von Nord-West nach Süd-Ost geneigte, wellige Hochfläche dar, aus der das Brockenmassiv und einige weitere Härtlinge herausragen. Er ragt bis zu 1000 m über das Norddeutsche Tiefland heraus, was tief eingeschnittene Flusstäler zur Folge hat. Das Klima des Harzes wird im Wesentlichen von seiner exponierten Lage gegenüber dem Nordwestdeutschen Tiefland bestimmt. Im Westharz und vor allem am Brocken beträgt der mittlere Jahresniederschlag bis über 1500 mm (max. 2200 mm) bei einer mittleren Jahresdurchschnittstemperatur von 2,6°C. Richtung Osten nehmen die Niederschläge im Regenschatten auf bis zu 500 mm bei 8°C mittlerer Jahresdurchschnittstemperatur ab.
Die dominierende Bodenart war Schluff, wodurch das Wasser besser gespeichert und die Auswaschung auf einen 4 cm schmalen Aeh-Horizont begrenzt wurde. Die Basensättigung beträgt 15-25%. Der Wald ist mit Rotbuche (Fagus sylvatica (L.)) bestockt und wird in der Krautschicht von Waldreitgras (Calamagrostis arundinacea (L.)) dominiert. Es treten Säurezeiger wie Drahtschmiele (Deschampsia flexuosa (L.)) zugunsten von Basenzeigern wie Zwiebel-Zahnwurz (Dentaria bulbifera (L.)) zurück. Der Standort wurde als mäßig trockener nach Westen geneigter Oberhang angesprochen. Der Vegetationstyp ist ein (Waldreitgras)-Hainsimsen-Buchenwald. Beim letzten Bodeneinschlag handelte es sich um eine klassische Braunerde über Diabas. Das vulkanische Grundgestein sorgt für eine Basensättigung von über 50 %. Der pH-Wert (KCl) beträgt 4,5. Dementsprechend dominieren die Zeigerpflanzen des meso- und eutrophen Nährstoffbereichs, wie Buschwindröschen (Anemone nemorosa (L.)) und Zwiebel-Zahnwurz (Dentaria bulbifera (L.)). Der Bestand wird von Rotbuche (Fagus sylvatica (L.)) dominiert. Der Standort wurde als schwach geneigter, mäßig frischer Nordwest-Mittelhang angesprochen. Der Vegetationstyp ist ein (Waldmeister-)Zahnwurz-Buchenwald. Auffällig an diesem Standort waren die gehäuft vorkommenden Nitrifikationszeiger, die laut Herrn Weigel aufgrund der Einträge durch Köhlerei (Stäube), die ehemals hohe Rotwilddichte, den aufgelockerten Altbestand und begünstigt durch das nährstoffreiche Grundgestein gefördert wurden. Eine Zäunung der Verjüngung ist aufgrund des Rotwildes immer noch notwendig, was deutlich sichtbar wurde.
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