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Eifel-Exkursion der Hochschule für Forstwirtschaft
vom 29. Mai bis zum 03. Juni 2006
Montag, 29.05.2006, Nachmittags
Protokollanten: Nadine Trierweiler, Jan Peter Krämer,
Friedrich Gohde, Simon Wütz, Martin Tubes
Die diesjährige fächerübergreifende Exkursion startete
pünktlich kurz nach 7 Uhr am Schadenweilerhof in Rottenburg. Nach
einer kurzweiligen Busfahrt erreichten wir um 1330 Uhr das Forstamt Gemünd. Dort wurden wir
von Herrn Dr. Michael Röös, Dipl.- Forstwirt und Leiter der Abteilung
Umwelt und Forschung des Nationalparks Eifel und Herrn Dr. Franz Richter,
Dipl.-Geologe, empfangen.
Der erste Nachmittag war der Einführung in die
standörtlichen Verhältnisse der Nordeifel gewidmet. Dr. Richter und Prof. Irslinger erläuterten diese anhand zweier Bodeneinschläge in
verschiedenen Beständen.
Dr.
Richter ist seit 25 Jahren als Standortskartierer in der Eifel tätig. Da
er auch im Bereich des heutigen Nationalparks selbst kartierte, kennt er
die standörtlichen Verhältnisse sehr genau. Anhand einer geologischen
Karte der Nordeifel bekamen wir einen zeitlichen Abriss der Erdgeschichte
dieses Gebietes.
Das Gebiet des Nationalparks Eifel besteht weitgehend
aus mächtigen Abfolgen von Ton, Schiefer und Sandsteinen des Erdaltertums.
Im Devon befand sich in der Eifel ein Flachmeer. Von diesem wurden große
Mengen an Sedimenten abgelagert, Tonminerale und Sand. Durch die
variszische Gebirgsbildung entstand ein ca. 2.000 m hohes, aufgefaltetes
Plateau. Die Auffaltung erfolgte von Südosten nach Südwesten. Verdeutlicht
wurde uns diese geologische Besonderheit anhand eines besonders gut
sichtbaren Aufschlusses an der Urfttalsperre, der zu den interessantesten
Devonaufschlüssen nördlich der Alpen zählt.

Durch den hohen Druck während der Auffaltung entstand aus
dem Tonstein Schiefer, welcher in der Eifel häufig zu finden ist. Im Trias
folgten hauptsächlich festländische Ablagerungen. So entstanden die heutigen roten
Sedimente. Im Erdmittelalter lagerten sich Buntsandstein, Muschelkalk und Keuper auf dem gefalteten Grundgebirge ab, die später wieder wegerodiert
wurden. Im Tertiär entstand bei tropischem Klima wieder ein
Meer. Zum Ende des Tertiär hob sich das Land und das Klima kühlte sich
stark ab.
Heute ist die Eifel ein Plateau, in das sich Flüsse
eingeschnitten haben. Man könnte in diesem Zusammenhang also eher von
einem „Getale“ als von einem Gebirge sprechen. Im Pleistozän, während der
Eiszeiten,
entstanden die Substrate, die die heutigen Böden bestimmen: Fließerden und
Löss. Die Fließerde entstand vor ca. 14.000 Jahren, als die
Böden tief gefroren waren. Im Sommer taute der
Boden oberflächlich auf, dadurch entstand eine wassergesättigte Masse, die
sich langsam geländeabwärts bewegte. Gleichzeitig wurde
großflächig im Gebiet Löss abgelagert.
Klima:
Das Klima zeichnet sich durch verhältnismäßig milde
Winter und relativ kühle, niederschlagsreiche Sommer aus. Damit ist es
deutlich subatlantisch geprägt. Aufgrund der starken Westwinde regnet sich
das meiste Wasser an den Westhängen ab. Die östlichen Gebiete erhalten
deutlich weniger Niederschlag. Auch die Höhenlage spielt eine wichtige
Rolle, da Luft beim Überwinden größerer Bergrücken stärker abkühlt und
mehr Niederschlag fallen lässt. Somit kommt es auf der relativ kleinen
Fläche des Nationalparks zu deutlichen Niederschlagsunterschieden. So
liegt das Jahresmittel im westlichen Teil des Nationalparks bei 1.000 mm
bis 1.200 mm, im Nordosten nur bei ca. 600 mm bis 800 mm. Die mittlere
Jahrestemperatur verhält sich ähnlich, sie liegt in den Hochlagen bei etwa
6,5° C, in den tieferen Lagen bei 8° C.
Die Vegetationsperiode beträgt ca. 130 Tage auf den
Hochlagen im südlichen Teil des Nationalparks, im nördlichen Teil ist sie
durchschnittlich 30 Tage länger.

Bodeneinschlag 1:
Dieser liegt im mittleren Buntsandstein. Es handelt
sich um einen Pseudogley-Podsol.
Substrat: Fließerde über Verwitterungslehm über
Konglomerat des mittleren Buntsandsteins.
Humusform: Feinhumusreicher rohhumusartiger Moder bis
Rohhumus.
Bestockung: Der Standort war 600 bis 700 Jahre
waldfrei. Heute befindet sich dort ein 118-jähriges Wald-Kiefern-Altholz
aus künstlicher Verjüngung . Die
extreme Waldbodenversauerung spiegelt sich in dem kniehohen Heidelbeerbewuchs
wider.
Bodeneinschlag 2:

Substrat: Fließerde aus Verwitterungslehm mit Lößlehm.
Humusform: Typischer Moder, feinhumusarm, stellenweise
feinhumusreich Bestockung: Rotbuchenaltholz, Naturverjüngung
Vegetation:
Große Sternmiere (Stellaria holostea L.), Flattergras (Milium
effusum L.), Wald-Rispengras (Poa chaixii Vill.),
Weiße Hainsimse (Luzula luzuloides Lam.).
Nach dem zweiten Bodeneinschlag wanderten wir in das
Lorbachtal, wo folgende Themen behandelt wurden:
1. Weiserzäune: Diese sind als Referenzflächen
angebracht. Alle zwei Jahre wird in ihnen die Vegetation aufgenommen und
diese mit der Vegetation außerhalb verglichen, um die Dichte des
Wildbestandes zu ermitteln.

2. Fichtenbestände: Diese wurden früher oft mit
Rotbuchen bewirtschaftet, um Holzkohle zu gewinnen. Später folgte dann die
Anpflanzung von Fichte, welche hier nicht natürlich vorkommt. Der
Nationalpark versteht unter dem Begriff Naturschutz, dass Prozesse im Wald
geschützt und erhalten werden. Die Fichte wird deshalb stehen gelassen. Natürlicherweise wird sich die
Rotbuche auch hier
wieder durchsetzen. Herr Dr. Röös beschreibt die Rotbuche als „Sau des Waldes
– sie macht hier alles nieder!“
3. Problematik Douglasie: Die Douglasienbestände
werden vollständig entnommen, da sie invasiv ist und die Verjüngung anderer Baumarten unterbindet.
Die dadurch entstandenen kleineren Kahlflächen haben in der Öffentlichkeit
teilweise zu heftigen Diskussionen geführt, sind aber im Hinblick auf das
Ziel "Rotbuchennationalpark" unumgänglich.

4. Rotwild: Dessen Vermehrung ist hier groß.
Besonders in den Mastjahren
gibt es viele Zuwanderungen
an Rotwild im Nationalpark.

5. Lorbachtal: Das Tal wurde früher
landwirtschaftlich genutzt, dann mit Sitka-Fichte (Picea sitchensis
Carr.) aufgeforstet. Die geplante Bestockung ist ein
Schwarz-Erlen-Galeriewald, deshalb wurden die Sitka-Fichten 2005
entnommen.

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