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Tag 1: Montag, 25.05.2009
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Die diesjährige Hessenexkursion startete pünktlich um 7.15 Uhr am Schadenweiler Hof in Rottenburg am Neckar. Nach einer heiteren Busfahrt erreichten wir um 12.00 Uhr das Forstamt Weilburg mit Forstlichem Bildungszentrum, Wildpark und Jugendwaldheim. Es ist zuständig für 15.085 ha Wald im Nordwesten des Kreises Limburg-Weilburg und im Südosten des Lahn-Dill-Kreises. Naturräumlich trennt die Lahn zwischen Taunus im Süden und Westerwald im Norden. Die Höhenlage erstreckt sich von 125 m im Lahntal bis auf 640 m im Bereich der Fuchskaute im Hohen Westerwald. Während Basalt mit zum Teil mächtiger Lösslehmauflage das geologische Ausgangsmaterial im Westerwald bildet, trifft man im Taunus auf Schieferformationen, ebenfalls mit Lössüberlagerung. Die Waldböden sind überwiegend gut nährstoff- und wasserversorgt, in Plateau oder Muldenlagen ist wegen des tonigen Unterbodens stellenweise mit Staunässe zu rechnen. Buchenmischwälder prägen den südöstlichen Westerwald und den östlichen Hintertaunus. Im Forstamt Weilburg herrschen folgende Baumartenverhältnisse: 58 % Buche/Edellaubholz, 14 % Eiche, 6 % Kiefer und Lärche und 22 % Fichte. Dort wurden wir von Herrn Dipl.- Forstwirt Kleindopf und dem Standortskartierer, Herrn Langlotz empfangen.
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Der erste Nachmittag wurde der Einführung in die standörtlichen Verhältnisse des Westerwalds gewidmet, der sich zu einem Drittel in Hessen befindet. Herr Langlotz und Prof. Irslinger erläuterten diese anhand dreier Bodeneinschläge in verschiedenen Beständen. Die Bestände wurden ausnahmslos von Herrn Langlotz kartiert. Herr Langlotz stellte uns das hessische Kartiersystem vor, welches sich von dem baden-württembergischen in einigen Punkten unterscheidet. Bei dem hessischen Kartierungssystem handelt es sich um eine kombinierte Methode im einstufigen überregionalen Verfahren. Für eine Grob-Einstufung der Standorte werden vier Kategorien (Wuchszone, Geländewasserhaushalt, Klimafeuchte und Trophie) gebildet. Der Standortstyp wird durch einen vierstelligen Zahlenschlüssel angegeben. Jeweils eine Ziffer für die entsprechenden vier Kategorien. Diesem vierstelligen Zahlenschlüssel werden zwei weitere Zahlen vorgeschaltet, die den Wuchsbezirk angeben. So kommt der sechsstellige Zahlenschlüssel zustande, der den Standort charakterisiert. Der hessische Teil des Westerwalds ist in die beiden Wuchsbezirke Hoher Westerwald und Östliches Westerwaldvorland aufgeteilt.
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Geologie des Naturraums Westerwald:
Im Hohen Westerwald treten fast ausschließlich tertiäre Basalte über Tonen auf, die stellenweise auch in abbauwürdiger Form an die Oberfläche treten. Die Schuttdecken (Gehängeschutt mit oft ausgeprägten Überrollungen) werden meist von Lössüberlagerungen bzw. -einmischungen beeinflusst. Die so entstandenen Böden sind zwei- bis mehrschichtig und führen in Folge der i.d.R. tonreicheren unteren Schichten tendenziell zur Wechselfeuchte und erhöhter Windwurfgefährdung. Die zur Lahn und Dill unterschiedlich geneigten und zergliederten Hänge im östlichen Westerwaldvorland sind durch die Gebirgsfaltung geologisch und standörtlich vielfältig. Auf geringen Entfernungen wechseln sich devonische und karbonische Gesteinsbildungen ab. Dies ist im östlichen Westerwaldvorland der Fall. Junges Gestein wie Basalt steht im hohen Westerwald an. Die natürlichen Gegebenheiten führen auf etwa 70 % des Westerwaldes zu stabil wasserversorgten Standorten, die in Verbindung mit guter Nährstoffversorgung optimales Waldwachstum ermöglichen. Der Durchschnittszuwachs liegt bei 10 Fm/ha/a über alle Baumarten. Die Risikobelastung vor allem durch Windwurf ist als eher hoch einzustufen.
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Klima:
Das Klima zeichnet sich durch geringe Niederschläge in der Vegetationszeit von ca. 300 mm aus. Der mittlere Jahresdurchschnittsniederschlag liegt zwischen 900 und 1.100 mm im hohen Westerwald und 700 bis 900 mm im östlichen Westerwaldvorland, das im Regenschatten des hohen Westerwalds liegt. Die Durchschnittstemperaturen liegen im hohen Westerwald zwischen 5,5 und 8,5 °C und im östlichen Westerwald-Vorland zwischen 7,0 und 8,5 °C. Die Hochfläche des hohen Westerwaldes ist den Nordwestwinden extrem ausgesetzt.
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Bodeneinschlag 1:
Dieser befindet sich an einem mäßig nach Norden geneigten Mittelhang im östlichen Westerwald-Vorland. Das Ausgangsmaterial der Bodenbildung ist Löss, aus dem sich ein Lösslehm entwickelte. Bei der Humusform handelt es sich um einen F-Mull. Es liegt eine pseudovergleyte Parabraunerde vor mit einer sehr hohen nutzbaren Wasserspeicherkapazität von 200 mm. Bestockung: Schlecht gepflegter 83-jähriger Waldmeister-Buchenwald. Es handelt sich hier um einen betont frischen Waldmeisterbuchenwald auf einer pseudovergleyten Parabraunerde aus Lösslehm.
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Bodeneinschlag 2:
Dieser befindet sich an einem mäßig nach Norden geneigten Oberhang. Das Ausgangsmaterial der Bodenbildung ist Löss über Gehängeschutt mit z.T. Basaltschotter. Bei der Humusform handelt es sich um einen F-Mull. Es liegt eine Braunerde vor mit einer nutzbaren Wasserspeicherkapazität von ca. 63 mm. Bestockung: Schlecht gepflegter 45 jähriger Fichtenbestand. Es handelt sich hier um einen mäßig frischen Waldmeister Buchenwald auf einer Braunerde aus Lösslehm über Gehängeschutt.
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Bodeneinschlag 3:
Dieser befindet sich an einem stark nach Norden geneigten Unterhang. Das Ausgangsmaterial der Bodenbildung ist Löss über Fließerde aus Basaltschutt über Basaltverwitterungslehm. Bei der Humusform handelt es sich um einen F-Mull. Es liegt eine pseudovergleyte Parabraunerde vor mit einer nutzbaren Wasserspeicherkapazität von ca. 150 mm. Bestockung: ca. 80-jähriger Buchenbestand. Es handelt sich hier um einen betont frischen Waldmeister Buchenwald auf einer pseudovergleyten Parabraunerde aus Lösslehm über Fließerde aus Basaltschutt über Basaltverwitterungslehm. |
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Protokoll:
Matthias Bäuerle, Wolf Hoffmann, Lenard Kökert, Axel Staib, Christoph Weinreich
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