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Tag 4: Donnerstag, 28.05.2009 Vormittag
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| Um 8.30 Uhr wurden wir im Forstamt Burgwald von Forstamtsleiter Eberhard Normann und seinem Stellvertreter Arno Süssmann begrüßt. Aus witterungsbedingten Gründen fand die Einführung in den Räumlichkeiten des Forstamtes statt: Das Forstamt Burgwald mit Sitz in Burgwald-Bottendorf verwaltet und bewirtschaftet in den Landkreisen Waldeck-Frankenberg und Marburg-Biedenkopf eine Fläche von 19.570 ha, die zu 96,6 % aus Wald besteht und sich in 11 Reviere gliedert. Neben 13.675 ha Staatswald sowie mehreren Privat- und Interessentenwäldern betreut das Forstamt die Waldungen der Städte Rosenthal, Gemünden, Wetter und Rauschenberg, der Gemeinden Burgwald, Münchhausen, Wohratal, Cölbe und Lahntal sowie den Wald der Universität Marburg. Der Staatswald ist zu einem großen Teil zusammenhängend. Da das Umland nur schwach besiedelt ist, kommt rechnerisch auf einen Hektar nur eine Person. Somit ist der Erholungsdruck sehr gering. |
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Die Baumartenanteile gliedern sich wie folgt: 34 % Kiefer, 30 % Fichte, 27 % Buche und 9 % Eiche. Die Wälder liegen im Wuchsgebiet „Nordwesthessisches Bergland“ und „Nördliches hessisches Schiefergebirge“. Die Höhendifferenz reicht von 193 m über NN im Lahntal bis 580 m über NN im Stadtwald Gemünden. Im überwiegenden Teil des Forstamts ist das Klima schwach subkontinental, ein kleiner Teil ist als subatlantisch eingestuft. Der durchschnittliche Jahresniederschlag beträgt 750mm. Die Jahresdurchschnittstemperatur liegt bei 7 °C, wobei mit Spätfrösten bis Ende Juni und mit Frühfrösten ab August zu rechnen ist. Die überwiegend ebene Waldfläche liegt im mittleren Buntsandstein mit stellenweiser Lössüberlagerung. Es können Braunerden, Parabraunerden, Pseudogleye und Podsole gefunden werden. Die Nährstoffversorgung ist überwiegend mesotroph und 75 % der Fläche sind dabei gut wasserversorgt. Im gesamten Forstamt ist der artenarme Hainsimsen-Buchenwald mit Eiche die natürliche Waldgesellschaft.
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Als ersten Exkursionspunkt besuchten wir das forstamtseigene Nasslager, welches im Jahr 1984/1985 eingerichtet wurde. Nach den Stürmen Kyrill und Emma lagern dort derzeit 34.000 Fm Fichte sowie 2.000 Fm Buche Stammholz auf einer Fläche von vier Hektar. Die Holzkonservierung erfolgt durch eine sektionsweise Beregnung in 15-minütigem Rhythmus. Die täglich benötigten 1.200 m3 Wasser stammen aus einem geschlossenen System aus Teichen und Gräben. Bei einer Nasslagerung muss man durchschnittlich mit einer Qualitätseinbuße von 12 % rechnen. Die Lagerfähigkeit der Buche wird limitiert durch die Einläufe an den Schnittflächen. Bei Fichte hingegen beträgt die maximale Lagerfähigkeit vier Jahre. Diese wird vor allem durch Hallimaschbefall begrenzt. |
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Bei einer anschließenden, ca. einstündigen Wanderung wurde uns das „Biotopverbundsystem Burgwald“ anhand des Nemphegrund vorgestellt. Ziele sind die Erhaltung und die Entwicklung der Biotope für alle vorkommenden Tier- und Pflanzenarten auf ausreichender Fläche, Vernetzung von großflächigen Schutzgebieten und naturnahen Lebensräumen durch „Trittsteinbiotope“ bzw. „Korridorverbindungen“, Ermöglichung eines Genaustausches zwischen den Populationen und Vermeidung der Isolation sowie der Sicherung eines repräsentativen Netzes der für ein Gebiet charakteristischen Lebensräume. Die Struktur des Biotopverbundsystems erfolgt durch die Vernetzung dreier Ebenen: Biotope mit überregionaler, regionaler und lokaler Bedeutung. Es werden einzelne Verbundsysteme mit jeweils einem Biotop-Typ aufgebaut. Die Projektion der einzelnen Verbundsysteme übereinander ergibt das Gesamtsystem. Biotoptypen sind Fliessgewässer, Teiche, Tümpel, Röhrichte, Feucht- und Nasswiesen, Trockenwiesen, Waldränder, Altholzinsel, Wälder und anmoorige Waldtäler. Um die Ziele des Biotopverbundsystems zu erreichen, werden regelmäßig Grunddatenerhebungen durchgeführt, die in zehnjährigen Maßnahmenplänen dargestellt werden. Die Pläne werden mit Hilfe eigener Waldarbeiter, Unternehmern und Landwirte mit Pflegeverträgen umgesetzt. Beispiel: Ein Landwirt führt eine einmalige Mahd (August) im Jahr durch und darf diese behalten. Die Vernetzung der verstreuten Feuchtgebiete findet durch eine aktive Waldinnenrandgestaltung statt. Die praktische Umsetzung der Projektpläne wurde uns anhand zwei konkreter Biotoptypen erläutert:
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1. Der Nemphen-Wiesengrund: Nach Aufgabe der Heunutzung wurde die Fläche mit Fichte und Sitkafichte aufgeforstet. Solche dichtstehenden, bodenverdunkelnden Bestände verhindern den Austausch von Arten zwischen den einzelnen Biotopen. Die Altbestände werden seit einigen Jahren schrittweise zurückgenommen. Dadurch kann sich eine standortsgerechte Sukzession aus Erle, Eberesche und Eiche einstellen. Diese wird auch durch eine starke Reduktion vor allem der Rotwildbestände ermöglicht. Das häufige Vorkommen des Wald-Schachtelhalms (Equisetum sylvaticum L.) ließ auf einen wechselfeuchten Standort schließen. Durch den kolluvialen Eintrag von Humus wurden die relativ basenarmen Buntsandsteinstandorte aufgewertet.
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2. Teiche/ Tümpel: Ein Grossteil der Tümpel wurde künstlich wiederhergestellt, indem Drainagen zurückgebaut und Vertiefungen geschaffen wurden. Sie dienen als Trittsteine für den Vogelzug und natürlich auch als artenreiche Feuchtbiotope. Seltene Arten wie Schwarzstorch, Fischadler, Zwergtaucher, Blesshuhn sowie verschiedene Entenarten sind hier zu finden. Der Sumpf-Schachtelhalm (Equisetum palustre L.) ist flächig an den Gewässerrändern vertreten. Unter der Wasseroberfläche tummeln sich Schleie, Bachforelle und das seltene Bachneunauge. Da das Fischen in Naturschutzgebieten verboten ist, muss ein Teil der sich stark vermehrenden Schleienpopulation abgeschöpft werden. Die gründelnden Schleien würden ansonsten zu einer starken Trübung der Gewässer führen, wodurch dem Schwarzstorch die Nahrungssuche erschwert würde. Das Vorkommen des Bibers wurde diskutiert und als möglich erachtet. Man sieht jedoch von einer aktiven Auswilderung ab, da mögliche Folgen nicht absehbar sind und er in näherer Zukunft vermutlich von selbst einwandern wird. Auch Luchs und Wildkatze haben inzwischen das Gebiet von selbst wiederbesiedelt.
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Mit dem Bus fuhren wir anschließend in einen Buchenaltbestand von 136 Jahren, in dem uns die Vorgehensweise zur Bewirtschaftung in einem FFH- und Vogelschutzgebiet näher gebracht wurde. Die Problematik dieser Fläche liegt im Interessenkonflikt zwischen Ökonomie und Ökologie. Den betriebswirtschaftlichen Zielen wird durch folgende Punkte Rechnung getragen: die Verjüngung der Bestände erfolgt allein durch auflaufende Naturverjüngung, Erzielung von qualitativ hochwertigem Buchen-Stammholz, Dauerwaldstruktur, einem angestrebten Rückegassenabstand von 20m und möglichst vollmechanisierte Aufarbeitung. Diese Form der Buchenbewirtschaftung ist in dieser Weise sehr kostenexzessiv. Schon seit Längerem werden die ökologischen Gesichtspunkte durch das Altholzinsel-Programm der Hessischen Forstverwaltung berücksichtigt. Dabei werden ca. 1 ha große Altholzflächen aus der Nutzung genommen. Besonders verdunkelte Buchen-Hallenbestände ohne nennenswerte Naturverjüngung werden von Höhlenbrütern wie dem Schwarzspecht bevorzugt. Durch die Ausweisung der Natura2000-Flächen wurde die Aufnahme des Habitatbaum-Programms erforderlich. Dabei werden drei bis acht Bäume pro Hektar bis zu ihrem natürlichen Absterben dauerhaft mit weißen Reiszwecken markiert und damit der Nutzung vorenthalten. Für Privatwaldbesitzer besteht die Möglichkeit des Vertragsnaturschutzes. Darunter versteht man einen Vertrag zwischen Land und Privatwaldbesitzer, der diesem Entschädigungen aus dem Landesnaturschutzetat zahlt, falls er Bäume seiner Fläche einem Naturschutzprogramm zur Verfügung stellt.
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Protokoll:
Johannes Huber, Elias Arnold und Tabea Merz
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| Nachmittag:
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Aufforstung nach Kyrill und Pflege birkenreicher Fichten- Jungwüchse
Im Anschluss an die am Vormittag protokollierende Gruppe befasst sich dieser Bericht hauptsächlich mit durch Kalamitäten entstandenen Freiflächen. Hierzu haben vor allem die Stürme Wiebke und Kyrill beigetragen, welche in den Jahren 1990 (Wiebke) und 2007 (Kyrill) verheerende Schäden verursachten. Im Burgwald fielen den Stürmen 1.000-1.500 ha Wald zum Opfer. Nach Wiebke wurde auf politischer Ebene die Vorgabe getroffen, einen steigenden Laubholzanteil zu fördern, um naturnahe und somit stabilere Wälder zu erziehen. Als Pionierbaumart stellte die Birke (Betula pendula Roth) hierbei jedoch aufgrund ihrer Dominanz eine unvorgesehene Problematik dar. |
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Standort I Der erste Standort zeigte beispielhaft die Entwicklung eines nicht gepflegten, 90-jährigen Birken-Fichten-Bestandes auf Buntsandstein. Die natürliche Waldgesellschaft ist ein artenarmer Hainsimsen- Buchenwald. Auf dem an sich für die Fichte (Picea abies L.) guten Standort (1. Bonität) können in reinen Fichtenbeständen Erlöse von rund 25.000€/ha erzielt werden. In dem vorliegenden Bestand ist aufgrund der meist vorwüchsigen Birke und der einhergehenden geringen Wachstumsleistung und Qualität der Fichte bestenfalls nur ein Erlös von 15.000 €/ha möglich. Im Falle einer waldbaulichen Behandlung von Birken ist ein Kronenabstand von mindestens 12 Metern erforderlich. Wenn Mischbestände angestrebt werden, muss aufgrund der interspezifischen Unterschiede bezüglich Kronenbreite und Wuchsdynamik von Birke und Fichte eine gruppen- bis horstweise Ausformung der Birke ins Auge gefasst werden. Bisherige Erfahrungen von in Deutschland gewachsenen Birken zeigen trotz guter Dimensionen eine durch Insekten verursachte Furnieruntauglichkeit. Daher kann die Birke zukünftig voraussichtlich nur energetisch genutzt werden. |
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Standort II Der an diesem Nachmittag zweite Standort stellte eine Teilfläche eines ca. 75 ha großen Wiebke-Windwurfs dar. Wie auf der restlichen Fläche auch war die Buche auf dieser Fläche als standortsgerechte Nachfolgebaumart vorgesehen. Um bei ihr eine höhere Wuchsdynamik zu erreichen, wurde sie mit Fichte angereichert, da diese die Buche „in die Höhe ziehen“ kann. Der im Herbst stattfindenden Pflanzung von 1.500 Fichten im Pflanzverband 6 x 1 m ging eine Reisigräumung und eine damit einhergehende flächige Befahrung voraus. Die im darauf folgenden Frühjahr durchgeführte Buchenpflanzung brachte weitere Schwierigkeiten mit sich. Zum einen stammten die Pflanzen aus Kühlhauslagerung und hätten zum Erreichen des ursprünglichen Zelldrucks vor der Pflanzung zwei Tage gewässert werden müssen. Zum anderen wurde die gezäunte Fläche von Schwarzwild heimgesucht, das auf der Suche nach Wurzeln des Schmalblättriges Weidenröschen (Epilobium angustifolium L.) auch viele Buchenwurzeln beschädigte oder fraß. Dies führte zu einem relativ hohen Ausfallprozent. Absolut unvorhergesehen war der Anflug der Birke, die aufgrund ihrer aggressiven und dominanten Wuchsdynamik in der Jugend sowohl die Halbpionierbaumart Fichte als auch die Klimaxbaumart Buche (Fagus sylvatica L.) komplett überwuchs. Auf einer ca. 1 ha großen Teilfläche wurde seit der Begründung nicht gepflegt. Durch Probekreise ermittelte Stichprobenzählungen erbrachte folgende Stammzahlen: 2.850 Birken, 1.900 Buchen, 1.450 Fichten und 350 sonstige Baumarten. Es wurden 500 vorwüchsige Bäume gezählt, wobei diese zu 100% aus Birken bestehen. Die Fläche zeigte eindrucksvoll die Dominanz einer Pionierbaumart auf Freiflächen.
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Standort III Am dritten Exkursionspunkt dieses Nachmittags stand ebenfalls die Behandlung von birkenreichen Fichtenbeständen zur Diskussion, wobei auf den beiden benachbarten Flächen eine eindeutige Mischwuchsregulierung zugunsten der dort vorkommenden Baumarten vollzogen wurde. Die erste Fläche wies im Südwesten einen großen Anteil an Kiefern hoher Qualität auf. Die Kiefern wurden durch Pflege weiter ausgeformt, sie sollen eine Prallwand gegen die meist aus Südwesten kommenden Stürme darstellen. Die Kiefer weist auf diesem Standort relativ gesehen eine höhere Sturmwurfresistenz auf. Im restlichen Bestand wurde ebenfalls größtenteils die Birke zugunsten der vorhandenen Baumarten (Fichte; Picea abies L.; Wald-Kiefer; Pinus sylvestris L.; Europäische Lärche; Larix decidua MILL.) zurückgenommen. Die gegenüberliegende zweite Fläche wurde zu einem mehrschichtigen Fichten-Reinbestand geformt, in dem Birken und vorwüchsige Kiefern durch Ringeln langsam ausscheiden. Erfahrungen zeigten, dass sechs bis zehn Bäume pro Stunde geringelt werden können, so dass bei 20 bis 30 Stunden pro Hektar Pflegekosten in Höhe von 600 bis 1.000 Euro je Hektar anfallen. Durch das Ringeln hat die meist unterständigen Fichte die Möglichkeit, langsam eine stabile Krone auszuformen. Untersuchungen aus Rheinland-Pfalz zeigen, dass in mehrschichtigen Fichtendickungen durch intraspezifische Konkurrenz vorwüchsige Fichten, die mehr als zwei Meter über ihre Artgenossen hinausragen, diesen Vorsprung weiter ausbauen. |
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Standort IV Die besichtigte Freifläche ist von einem labilen Fichtenbestand mit einzelnen Kiefern umgeben. Da nicht nur der Sturm ein Risikofaktor für das in dem Revier häufig auftretende Waldbild ist, wurden insgesamt 300 Pheromonfallen gegen den Buchdrucker (Ips typographus) aufgestellt. Die „Fangzelte“ bestehen aus mit Kontaktgift bestrichenen Fichtenstangen, an deren Berührungspunkt ein Pheromonpräparat zum Anlocken der Schädlinge angebracht ist. Das aufgetragene Kontaktgift „Karate“ bewirkt den Tod der Käfer binnen drei Minuten und muss etwa alle drei Monate erneuert werden. Die Fallen wurden dieses Jahr das erste Mal aufgestellt und sollen eine Kalamität beziehungsweise die spätere Spritzung von Käferholz unterbinden. |
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Um die weitere Behandlung der Freifläche beurteilen zu können, wurde ein Bodeneinschlag zur Katastrophenanalyse herangezogen. Der Boden weist infolge des tonigen Unterbodens Stauwassereinfluss auf und zeigt deshalb starke Rostfleckigkeit (Pseudovergleyung), Eisen- und Manganionen sind außerdem aus dem etwas schluffreichen Oberboden ausgewaschen worden (Podsolierung). Daraus kann man auf einen oligo- bis mesotrophen, podsoligen Pseudogley auf Buntsandstein mit folgender Horizontabfolge schließen: Ahe - Sw - Sd Der Boden ist wegen Sauerstoffmangels schlecht durchwurzelbar und durch das typische Freiflächenklima ist die Frostgefahr sehr groß. In die auflaufende Naturverjüngung von Fichte und Kiefer soll solange nicht eingegriffen werden, bis die Kiefer aufgrund ihrer Wachstumsunterlegenheit gegenüber der Fichte aktiv freigestellt werden muss. Auf der Fläche stellt die standortsangepasstere Kiefer eine gute wirtschaftliche Alternative zur Fichte dar. Stieleiche (Quercus robur L.), Vogelbeere (Sorbus aucuparia L.), Bergkiefer (Pinus mugo agg.), Moorbirke (Betula pubescens Ehrh.) und Hängebirke (Betula pendula Roth) wären ebenfalls standortsangepasst. |
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EXKURS: Jagd im Staatswald Burgwald Nur etwa 40% des im Burgwald erlegten Wildes wird bei der Einzeljagd geschossen. Klar im Vordergrund stehen die Gemeinschaftsjagden, auf denen 60% des jährlich erlegten Wildes zur Strecke gebracht werden. Die Einzeljagd setzt sich zu 80% aus der Regiejagd mit eigenen Förstern und zu 20% aus der Jagd durch Gäste zusammen. Dabei werden im Burgwald im Staatswald Burgwald jährlich rund 60 Stück Rotwild und jeweils etwa 400 Stück Reh- und Schwarzwild geschossen. Dem Verbiss in den Beständen wirkt man mit aufwendig angelegten Wildäsungsflächen entgegen. Durch regelmäßiges Düngen, Freihalten und Mähen dieser Flächen fallen jährlich Kosten von 20.000 Euro an. Insgesamt werden durch die Jagd Kosten zwischen 70.000 und 80.000 Euro verursacht, wobei auch alle Waldarbeiterlöhne mit einbegriffen sind. Es ergibt sich ein Defizit in der Jagdbilanz von einem Euro pro Jahr und Hektar und damit insgesamt 12.000 Euro Verlust. Der Schälschaden liegt bei Fichten bei 1,4% und damit unterhalb des hessischen Toleranzbereiches von 2%. Bei Buchen beträgt der Schälschaden 0,5% bei einem tolerierten Wert von 0,5%. Die Wildäsungsflächen haben neben der Funktion als Futterquelle zusammen mit einer 500 ha großen Ruhezone auch die Aufgabe des Heimlichwerdens, sodass vor allem das Rotwild für Waldbesucher auch am Tag sichtbar wird. Durch das ganzjährige Einzeljagdverbot wird die Ruhefunktion der Wildäsungsflächen zusätzlich gewährleistet. |
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Standort V: Renaturierung und Ökobilanzen Der Schwerpunkt dieses Standortes lag auf der Renaturierung von ehemals drainagierten Fichtenbeständen in Bachauen, die durch die Drainage erst etabliert werden konnten. Anstatt Wasser durch Gräben abzuleiten, errichtete man Querriegel aus sandigem Bodenmaterial, um eine Vernässung und somit die Entstehung stauwasserreicher Hochmoore zu erzielen. Hier sollen sich – falls noch nicht geschehen- Pflanzen wie Scheidiges Wollgras (Eriophorum vaginatum L.) und Rundblättriger Sonnentau (Drosera rotundifolia L.) ansiedeln. Dieser Maßnahme ging die Entfernung von zwei Dritteln der Jahrzehnte alten Fichten auf diesem Standort voraus. Die noch stockenden Fichten werden aller Voraussicht nach in den kommenden Jahren entnommen. |
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Da sich der hier behandelte Standort nicht
wie weiter bachaufwärts in einem Naturschutzgebiet befindet, erfolgte
die Bezahlung dieser Renaturierungsmaßnahmen mithilfe eines speziellen
Ausgleichsfonds der Naturschutzbehörden. Werden beispielsweise Flächen durch
Bebauung entwertet und keine Ausgleichsmaßnahmen getroffen, so sind
Zahlungen in diesen Ausgleichsfonds in Form der Ausgleichsabgabe zu
entrichten. Mittlerweile gibt es jedoch auch die Möglichkeit, als
Ausgleichsmaßnahme so genannte Ökopunkte (36 €Ct pro Punkt) zu erwerben. Dabei handelt
es sich Werteinheiten, die durch die selbstfinanzierte ökologische
Aufwertungen, beispielsweise Renaturierungsmaßnahmen, erworben werden
können. Eine solche Aufwertung wird anhand einer von Experten erstellten
Ökobilanz festgestellt. Der jeweilige Punktewert gilt pro m², wird auf
einem Ökokonto verbucht und kann von Dritten als Ausgleichsmaßnahme erworben
werden.
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| Protokoll: Damian Saile, Nora Magg, Kristin Gampfer, Matthias Mark
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